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Kroatien: Überblick über den Mietmarkt

9%der Bevölkerung wohnt zur Miete
Kroatien vereint eine der höchsten Wohneigentumsquoten der EU mit einer schnell wachsenden Mietnische, die sich auf Zagreb und die Küste konzentriert, geregelt durch ein mieterfreundliches Gesetz, das die Kaution selbst dennoch unreguliert lässt.

Der Mietmarkt

EigentumsstrukturKroatien hat eine der höchsten Wohneigentumsquoten in der EU — 91 % der Bevölkerung besitzen die Wohnung, in der sie leben (Eurostat, 2024), nur übertroffen von Rumänien (94 %), der Slowakei (93 %) und Ungarn (92 %). Die langfristige Wohnungsmiete bleibt mit rund 9 % der Bevölkerung eine vergleichsweise kleine Nische.
Wer mietetDa der Kauf einer Wohnung weniger zugänglich geworden ist, wächst die Miete am schnellsten unter jungen Berufstätigen und Studierenden in den größeren Städten — allen voran in Zagreb, wo sich der Mietmarkt 2025 in Rekordtempo ausweitete.
9 % der Haushalte mieten (privat und sozial zusammen).
Auf einen Blick

Kroatien: rechtlicher Rahmen

Mietmarkt
9 % der Haushalte mieten (privat und sozial zusammen).
Rechtlicher Rahmen
Geregelt durch den Zakon o najmu stanova (Wohnungsmietgesetz); ein schriftlicher Vertrag ist zwingend vorgeschrieben (čl. 4 st. 2), und der Mietvertrag muss bei der lokalen Selbstverwaltungseinheit (JLS) und der Steuerverwaltung (Porezna uprava) registriert werden (čl. 26); die Anmeldung zur Vermietungssteuer bei der Porezna uprava muss separat innerhalb von 8 Tagen nach dem ersten Mieteingang erfolgen.
Kaution
Für die Kaution (polog) gibt es keine gesetzliche Obergrenze — das Gesetz schweigt dazu —, sodass der Betrag frei zwischen Vermieter und Mieter vereinbart wird; marktüblich sind in Zagreb ein bis zwei Monatsmieten.
Kündigung und Beendigung
Der Mieter kann den Vertrag jederzeit ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von drei Monaten kündigen (čl. 23). Die Möglichkeiten des Vermieters sind enger: bei einem Verschulden des Mieters — etwa Zahlungsverzug — muss der Vermieter zunächst eine schriftliche 30-tägige Mahnung (opomena) aussprechen und kann erst danach mit einer Frist von drei Monaten kündigen (čl. 19, čl. 22); will der Vermieter stattdessen selbst in die Wohnung einziehen, gilt eine längere, sechsmonatige Kündigungsfrist, und er muss dem Mieter eine geeignete Ersatzwohnung verschaffen (čl. 21).
Mieterhöhungen
Die Miete ist in den ersten 12 Monaten des Mietverhältnisses eingefroren; jede spätere Erhöhung ist auf 20 % über der vergleichbaren durchschnittlichen Marktmiete für ähnliche Wohnungen in derselben Gemeinde oder demselben Bezirk gedeckelt (čl. 10).
Wissenswert
Ein Energieausweis ist für jedes Mietinserat nach dem Zakon o gradnji (Baugesetz, čl. 171) verpflichtend, mit Bußgeldern von 1.000–2.000 EUR für die Vermietung ohne Ausweis — es gibt jedoch kein gesetzlich vorgeschriebenes Übergabeprotokoll; ein schriftliches primopredajni zapisnik ist marktübliche Praxis, keine gesetzliche Pflicht.
Risiko für Vermieter
Da eine Kündigung aus wichtigem Grund eine dokumentierte 30-tägige Nachfrist (opomena) erfordert und die Kaution unreguliert ist, beruht der praktische Schutz des Vermieters auf einem klaren schriftlichen Vertrag, einem freiwilligen Übergabeprotokoll und zügiger Registrierung — nicht auf einem Kündigungsrecht ohne Angabe von Gründen.

Der Mietvertrag

Kroatische Wohnraummietverträge (ugovor o najmu stana) unterliegen dem Zakon o najmu stanova (NN 91/96, zuletzt geändert durch 36/24) und müssen schriftlich abgeschlossen werden (čl. 4 st. 2) — ein Vermieter, der nie einen unterschriebenen Vertrag hatte, kann sich später nicht auf ein mündliches Versprechen des Mieters berufen. Eine notarielle Beurkundung ist für die Wirksamkeit nicht erforderlich, jedoch kann jede Partei die Unterschriften notariell beglaubigen lassen (ovjera potpisa) oder den gesamten Vertrag solemnisieren (solemnizacija), wodurch er zu einem vollstreckbaren Titel wird und der Notar ihn automatisch an die Steuerbehörde weiterleitet.

Brokiks Vorlage identifiziert beide Parteien anhand ihrer OIB (der kroatischen persönlichen Identifikationsnummer, die sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen verwendet wird), beschreibt die Wohnung genau und gibt die Miete in Euro an, mit einem von Anfang an eingebauten Erhöhungsmechanismus, sodass nach einem Jahr nichts von Grund auf neu verhandelt werden muss.

Kaution

Das Zakon o najmu stanova sagt nichts über die Kaution (polog) aus — es gibt keine gesetzliche Obergrenze, keine Zinspflicht und keine vorgeschriebene Rückgabefrist. Alles hängt davon ab, was der Vertrag vorsieht: die Höhe (marktüblich ist ein bis zwei Monatsmieten), wofür der Vermieter sie einbehalten darf, und wie schnell sie nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückzuzahlen ist. Brokiks kroatische Vorlage legt alle drei Punkte ausdrücklich fest, denn mangels gesetzlicher Regelung ist eine vage Kautionsklausel der leichteste Ansatzpunkt für einen Streit.

Kündigung und Mieterhöhungen

Die ordentliche Kündigung läuft in Kroatien für beide Seiten nach unterschiedlichem Takt. Der Mieter kann einen unbefristeten Mietvertrag ohne Angabe von Gründen mit einer Frist von drei Monaten kündigen (čl. 23). Die Möglichkeiten des Vermieters sind enger gefasst: Für eine abschließende Liste von Verfehlungen des Mieters — unbezahlte Miete oder Nebenkosten, unerlaubte Untervermietung, Störung anderer Bewohner, das Überlassen der Wohnung an Dritte für mehr als 30 Tage ohne Zustimmung oder die Nutzung der Wohnung zu einem anderen Zweck als dem Wohnen — muss der Vermieter zunächst eine schriftliche Mahnung (opomena) mit einer Frist von mindestens 30 Tagen zur Behebung des Problems senden und darf erst danach mit einer Frist von drei Monaten kündigen (čl. 19, čl. 22 st. 2).

Möchte der Vermieter stattdessen selbst in die Wohnung einziehen, handelt es sich um einen eigenständigen Kündigungsgrund mit einer längeren, sechsmonatigen Kündigungsfrist, der nur greift, wenn der Vermieter dem Mieter eine geeignete Ersatzwohnung verschafft (čl. 21). Hierbei gibt es keine Abkürzung: Die opomena und die Kündigungsfrist sind keine optionalen Zusätze — sie machen eine Kündigung überhaupt erst wirksam.

Übergabeprotokoll

Kroatisches Recht verlangt für einen Wohnraummietvertrag kein Übergabeprotokoll (primopredajni zapisnik), doch es ist gängige Marktpraxis und mit Abstand das stärkste Beweismittel bei der Abrechnung der Kaution. Ohne ein solches gibt es beim Auszug nichts, womit sich der Zustand der Wohnung vergleichen ließe — keine dokumentierten Zählerstände für struja, voda und plin, kein Inventar dessen, was am ersten Tag vorhanden war —, sodass jeder Abzug, den der Vermieter versucht, nur eine Behauptung bleibt. Brokik erstellt das Übergabeprotokoll digital, mit Fotos und Zählerständen, die der jeweiligen Immobilie zugeordnet sind, sodass es weit über den Einzugstag hinaus erhalten bleibt.

Pflichten und Nebenkosten

Die Hauptpflicht des Vermieters besteht darin, eine bewohnbare Wohnung zu übergeben und sie so zu erhalten — einschließlich der Vorlage eines gültigen Energieausweises (energetski certifikat) an den Mieter vor Vertragsunterzeichnung, einer Pflicht aus dem gesonderten Zakon o gradnji mit echten Konsequenzen: Ein Eigentümer, der eine natürliche Person ist und dies versäumt, riskiert eine Geldbuße von 1.000 bis 2.000 EUR (čl. 171), und der Ausweis selbst ist nur zehn Jahre gültig.

Der Vermieter muss den unterzeichneten Vertrag — sowie jede spätere Mietänderung — auch der lokalen Selbstverwaltungseinheit (JLS) und der zuständigen Porezna uprava übermitteln (čl. 26); diese Meldung des Mietverhältnisses ist zugleich die Voraussetzung für eine Befreiung von der Grundsteuer (porez na nekretnine) bei einem Mietverhältnis von zehn Monaten oder länger. Auf Seiten des Mieters liegt die laufende Instandhaltung aus gewöhnlicher Nutzung, und die Nebenkosten (režije) sowie die Rücklage des Gebäudes (pričuva) werden so aufgeteilt, wie es der Vertrag vorsieht.

Interessante Fakten

91 % der Kroaten besitzen die Wohnung oder das Haus, in dem sie leben — eine der höchsten Wohneigentumsquoten in der EU, nur übertroffen von Rumänien, der Slowakei und Ungarn (Eurostat ilc_lvho02, 2024).
Die durchschnittliche Monatsmiete in Zagreb erreichte 2025 rund 923 EUR, gegenüber 867 EUR im Jahr 2024 — im Schnitt etwa 14 EUR/m², von 6 EUR/m² in günstigeren Vierteln bis 36 EUR/m² in Premiumlagen (Index.hr, 2025).
Kroatisches Recht friert die Miete im ersten Mietjahr ein; danach ist eine Erhöhung auf 20 % über der vergleichbaren durchschnittlichen Marktmiete in derselben Gemeinde oder Gespanschaft begrenzt (Zakon o najmu stanova, čl. 10).

Häufig gestellte Fragen

Ja. Artikel 4 des Zakon o najmu stanova verlangt für jeden Wohnraummietvertrag die Schriftform; Brokik erstellt immer einen schriftlichen Vertrag, sodass dies automatisch erfüllt ist.

Das Gesetz sieht weder eine Obergrenze noch eine Rückzahlungsfrist vor — marktüblich sind ein bis zwei Monatsmieten, und alles Weitere (zulässige Abzüge, Rückzahlungszeitpunkt) regelt allein der Mietvertrag selbst.

Nein. Die Miete ist im ersten Mietjahr eingefroren. Danach kann jede Partei schriftlich eine Änderung vorschlagen, begrenzt auf 20 % über der durchschnittlichen freien Marktmiete für eine vergleichbare Wohnung in derselben Gemeinde oder Gespanschaft (čl. 10).

Der Vermieter muss dem Mieter zunächst eine schriftliche Mahnung (opomena) mit einer Frist von mindestens 30 Tagen zur Behebung des Problems senden — unbezahlte Miete, unerlaubte Untervermietung, Störung von Nachbarn und ähnliche in Artikel 19 aufgeführte Gründe — und darf erst danach mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

Nein, aber es ist gängige Marktpraxis und das stärkste verfügbare Beweismittel bei der Abrechnung der Kaution — es dokumentiert die Zählerstände für struja/voda/plin sowie den Zustand und das Inventar der Wohnung bei Ein- und Auszug.

Ja. Das Zakon o gradnji verlangt, dass dem Mieter vor Unterzeichnung ein gültiger energetski certifikat vorgelegt wird; das Fehlen ist eine Ordnungswidrigkeit, die für einen Eigentümer, der eine natürliche Person ist, eine Geldbuße von 1.000–2.000 EUR nach sich zieht, und der Ausweis selbst ist zehn Jahre gültig.

Mit 12 % auf 70 % der Miete (es gilt ein pauschaler Kostenabzug von 30 %), was etwa 8,4 % der Bruttomiete entspricht. Die Registrierung bei der Porezna uprava ist innerhalb von 8 Tagen nach dem ersten Mieteingang erforderlich, und für dieses Einkommen ist keine jährliche Steuererklärung nötig.

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